Throwing Snow – Embers (2017)

Throwing Snow - Embers

Die Gesetze und Formen der natürlichen Welt wollte Ross Tones alias Throwing Snow mit seinem Album „Embers“ einfangen. Und das ist ihm zumindest in Sachen Komplexität und Epos gelungen.

Wer sich in die Musik von Throwing Snow einarbeitet, dem wird es sehr schwer fallen, diese Tracks in eine Schublade zu stecken. Man hat nahezu das Gefühl, Tones könnte von Hiphop über Glitch bis hin zu Electronica und roughem Techno so ziemlich alles in größter Eile produzieren. Diese Fertigkeit führt wohl zu einem ganz neuen Genre, das Throwing Snow auf seinem Album „Embers“ auslebt. Hier krachen breite Synthiewellen auf komplexe Rhythmusstrukturen, die ein Hörerlebnis vorbereiten, das wohl niemals langweilig wird.

Für das Anfang 2017 veröffentlichte Album „Embers“ hat sich der UK-Artist den Gesetzmäßigkeiten der Erde verschrieben.

“Our complex world arises from fundamental laws. These laws constantly sculpt and shape our surroundings through repeating cycles, forever moving forward. Cycles interact with each other, endlessly morphing an interconnected landscape. Viewed over longer periods of time seemingly static objects like mountains ebb and flow like water, and yet over the same time frame countless lives appear like waves oscillating in a blink of an eye.” – Throwing Snow

Wenn ein Vogel zu einem Synthie wird

Das Album wurde in Daddry Shield (County Durham) aufgenommen und beinhaltet auch jede Menge Sounds aus der Umgebung, die Ross Tones in seine Tracks einfließen lies. So wurde der Regen zu einer White Noise moduliert und der Vogel einer Starenart in eine Melodie gepackt.

Das Album ist eine Stunde lang und startet erst einmal mit Stille, aus der sich verschiedene kleine Geräuschpartikel herauskristallisieren. In seiner Gesamtheit kann es endlos abgespielt werden, da die Tracks ineinandnder verfließen. Für ein Rockalbum wäre das nicht ungewöhnlich, im elektronischen Musikbereich ist das ein Unikum.

Ein Astrophysiker, der Musik macht

Die tiefgreifende Beschäftigung mit den Mechanismen der Welt und die Verknüpfung zur Musik hat wohl letztlich auch mit einem Studium zur Astrophysik zu tun, die der Act aus dem Norden Englands abgeschlossen hat. Support kommt dabei von artverwandten Acts wie Bonobo, Jon Hopkins oder Atoms For Peace.

Trotz eigener Labels erschien „Embers“ woanders

Obwohl Ross Tones Cobetreiber der Labels „Left Blank“ und „A Future Without“ ist und ein eigenes Label namens „Snowfall“ betreibt, kam das Album „Embers“ auf Houndstooth.