Soundcloud ist jetzt eine Welt (fast) ohne Gründer Alexander Ljung

Alexander LjungDie Groove schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe von einer Welt ohne Soundcloud. Für viele Musiker eine recht abwegige Situation, stellt doch Soundcloud gerade in der technoiden Szene einer ihrer Hauptverbreitungskanäle dar. Doch an die Vision müssen wir uns wohl gewöhnen müssen.

Vor etwas über einer Woche stand Soundcloud am Rande des Zusammenbruchs. Es drohte ein finanzieller Kollaps des ehemals so erfolgreichen Berliner Musikstreamingdienstes. Doch die vergangenen Jahre konnten die unglaublichen Klicks auf der Website nicht in Geld ummünzen, zu wenig Abomodelle waren vor allem für Endkonsumenten im Angebot.

Eine Finanzspritze – nur ohne Alexander Ljung

Nur Dank der Investoren um die Bankengruppe The Raine Group und die Investmentfirma Temasek aus Singapur konnte wieder eine Kapitalspritze gewährt werden. Die Voraussetzung. Der CEO und Mitgründer Alexander Ljung musste seinen Posten räumen, er bleibt mit dem weiteren Gründer Eric Wahlforss nur noch Soundcloud als Präsident des Aufsichtsrats vorstehen. Laut Medienberichten glänzte Ljung eher durch Abwesenheit im Büro, Gerüchte sprechen von vielen Partys.

Wird Soundcloud ohne sein Gründerduo funktionieren?

Das wird die große Frage sein. Denn Apple hatte damals gezeigt, wie groß der Niedergang war, als Steve Jobs geschasst wurde. Bei Soundcloud dürfte dieser Effekt allerdings nicht eintreten. Zu wenig wurde aus dem Produkt in den letzten Jahren gemacht, gerade an der Basis, bei den Künstlern selbst die den Content der Plattform zur Verfügung stellen, wurde durch Urheberrechtsverhandlungen viel eingeschränkt und kaputt gemacht.

Frischer Wind tut gut

So ist davon auszugehen, dass durch den Weggang eines Mannes, der zwar die maßgebliche Idee hatte, sich um dieses Baby aber in den falschen Bereichen gekümmert hatte, es zu einer Verbesserung kommt. Soundcloud tut sich als Streamingdienst sicherlich noch lange schwer, Geld zu verdienen – das zeigen Modelle wie Spotify und Tidal, die auch in den roten Zahlen stecken.

Doch wenn wieder an der Basis gearbeitet wird (mangelnder Support, umständliche Umstellungen der Oberfläche), das sind die Produzenten und Künstler, die für ihre Uploads echtes Geld bezahlen, dann hat Soundcloud noch eine Zukunft.