Skatman: „Als Kind mochte ich Skatman Joe“

(c) Cherie Birkner

Nur selten starten Künstler mit einem neuen Moniker direkt ein eigenes Label. Aziz Haddad hat mit seinem Projekt Skatman und dem zugehörigen Label Scatcity beides getan. Der 28-jährige Softwareentwickler und Produzent bringt knapp drei Jahre nach dem Start des Projekts in 2016 sein Debütalbum „Moments“ auf StereoMCs Label „Connected“. Wir haben uns mit dem Berliner unterhalten.

Aziz, die vielleicht wichtigste Frage zum Start. Wie oft hast Du Dir den Skatman Joe-Vergleich schon anhören dürfen?

Aziz (Skatman): Sehr oft, was mich aber immer wieder freut, da ich ihn als Kind mochte. (lacht) Andererseits konnte ich mir auch einige Kommentare anhören, die das Ergebnis eines Missverständnisses meines Monikers waren, den ich hier nicht erwähnen möchte.

Skatman ist noch ein relativ junges Projekt. Was hat Dich dazu gebracht, ein Album zu schnüren und keine EPs zu streuen?

Aziz (Skatman): Es gibt verschiedene Stile, die ich liebe und gerne produziere. Mit dem Album wollte ich diese große Vielfalt meiner unterschiedlichen Inspirationen in einer Platte wiedergeben, was mit einer 3 oder 4 Tracker EP nicht möglich wäre. Normalerweise würde ich außerdem mehr auf “Hits” zielen, wenn ich an einer EP arbeite. Eine LP lässt einem einfach so viel mehr Freiheit. Mir gefällt, dass ich meinem Album nicht alle Tracks unbedingt den gleichen Stil haben. Sie fühlen sich trotzdem auf eine Art und Weise verbunden an, während man das Album von Anfang bis Ende anhört.

Du bist mit einigem Equipment gesegnet, habe ich auf Fotos gesehen. Woher kommt es?

Aziz (Skatman): Mein Studio teile ich mir mit Jan (Aaaron), seit er damals seine EP auf Scatcity veröffentlicht hat. Das Equipment dort haben wir beide mitgebracht, da kam schon einiges zusammen. Darunter auch ein paar Synthesizer, die ich im Laufe der Jahre besonders oft benutzt habe und stark meinen eigenen Sound geprägt haben, wie zum Beispiel die DSI Mopho x4 Pads und Keys sind das Geheimnis hinter vielen meiner Melodien.

Man merkt, dass Du auch schon vor Skatman als Producer aktiv warst. Kannst Du dazu was verraten?

Aziz (Skatman): Stimmt. Ich begann bereits 2013 zu produzieren. Vor Skatman hatte ich zwei verschiedene Projekte mit elektronischer Musik, die nicht erfolgreich waren. Trotzdem liebe ich sie immer noch, weil sie der Ursprung des Produzenten waren, der ich jetzt bin. Wenn ich jetzt meine eigene Musik höre, sehe ich den Lernprozess, den ich zurückgelegt habe. Ich sehe, dass ich in allen meinen vorigen Projekten was gelernt habe.

Was bedeutet Dir Dein Debütalbum „Moments“?

Aziz (Skatman): Mit meiner Debüt-EP „Back In The Zukunft“ auf Scatcity konnte ich das erste Mal meine Vision von Musik als Skatman zeigen. Aber das Album hat mir noch mehr Raum zur Entfaltung gegeben. Umso mehr freue ich mich darauf es mit anderen zu teilen und bin schon gespannt auf das Feedback.

Warum ist es auf Connected gelandet und nicht auf Deinem Label Scatcity?

Aziz (Skatman): Scatcity und Skatman waren von Beginn an eng miteinander verbunden. Zu einem gewissen Zeitpunkt, haben sie sich aber mehr eingeschränkt anstatt miteinander zu wachsen. Daher beschloss ich, die Projekte zu trennen. Außerdem ist „Connected“ ein großartiges Label, das echte Qualität liefert. Also habe ich keine Sekunde gezögert ihnen die LP zu schicken.

Was wünscht Du Deinem Album?

Aziz (Skatman): Ich wünsche mir, dass die Leute es genauso genießen wie ich, während ich es produzierte.

Die LP „Moments“ von Skatman erscheint am 12. Juli auf „Connected“.