Was Marco gehört hat, um seine Hausarbeit zu überleben

MarcoHausarbeiten schreiben ohne Musik – das geht mal gar nicht. Dachte sich auch Marco von Feelectronica.de und gibt hier einen kleinen Einblick in seine Welt der Musik.

Morgens 7.30 Uhr, der Wecker klingelt. Schlechte Laune, dazu direkt Stress, da nächste Woche die Abgabe für meine drei universitären Feldstudien ansteht, auf die ich eigentlich so gar keine Lust habe. Also erstmal einen Kaffee, Brot schmieren, den Laptop aufklappen und Mukke angeschmissen!

130bpm zum Frühstück – lecker!

Ein bisschen Chill Out, entspannten House oder doch das Radio? Pustekuchen! Wach werden ist angesagt! Etwas von Dax J oder doch lieber SNTS, ahh ne‘, lass man mit SHDW & Obscure Shape starten. Ganz erklären kann ich meine Vorliebe von düsterem und harten Techno so früh morgens zwar nicht, aber vielleicht liegt es daran, dass ich nicht gerne in aller Herrgottsfrühe aufstehe, sondern meine Freizeit lieber in einem dunklen Kellerloch mit Stroboskop und ganz viel Bass verbringe.

Mittags wird es dann (endlich) etwas ruhiger

Irgendwann hat das ganze Geschepper aber auch mal ein Ende. Meistens nach dem Mittagessen wird auch meine musikalische Vorliebe etwas zahmer. Aus den Boxen ertönt plötzlich der Sound von Robag Whrume oder Adriatique. Ich werde auch beim Schreiben etwas entspannter und die Produktivität sinkt. Afterhour halt. Nach der Erholungsphase muss man sich wieder etwas eingrooven, z.B. zu Klängen von Afterlife oder der ollen Radiothérapie (Anmerkung der Red: der gerade den Artikel anlegt). Die Produktivität steigt auch wieder, bis man komplett unmotiviert wieder auf harte Klänge von Janice zurückgreift.

Die Analogie zum Sisyphos in Berlin

Manche mag dieser Vergleich etwas wundern, aber ich finde da könnte etwas dran sein, nur die Uhrzeiten sind eventuell etwas vertauscht. Im Berliner Kultclub Sisyphos ankommen, ab in die Hammahalle, ausrasten zu schnellem harten Techno. Danach geht es dann komplett fertig nach draußen, um ein gemütliches Eck zu suchen und die ersten Sonnenstrahlen zu entspannter Mukke zu genießen, bis es in den Wintergarten geht, in dem einem wieder etwas technoidere Klänge erwarten, nur um wenig später wieder in der Hammahalle zu stehen.

Lange Rede kurzer Sinn. Alle Sets, die ich während meiner strikten „Hausarbeitsphase“ gehört habe, wurden gesammelt und zu einer brachialen Playlist vereint. 47 Sets und über 70 Stunden Musik. Von hart bis herzlich, verspult bis funktional, es ist eigentlich alles dabei. Vielleicht versteht ihr dann, warum ich mit hartem Techno in den Tag starten muss, wenn eine Hausarbeit in Verwaltungsrecht ansteht.