Jonas Saalbach: „Die Albumtracks sind frisch aus dem Backofen“

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„Ancient Lake“ heißt Jonas Saalbachs Debütalbum, das seit Oktober im Handel steht. Hier packt der Berliner Musiker verschiedene Einflüsse in zehn Tracks, die sich zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. Das Album ist auf Einmusika erschienen und „es fühlt sich richtig gut an“.

Seit Jahren fällt Jonas Saalbach auf. Gerade 2015 war von Erfolgsreleases geprägt. Mit seinem Album „Ancient Lake“ setzt der 25-Jährige dem Jahr seine Krone auf. Eine Momentaufnahme des Schaffens eines jungen Mannes, der noch lange nicht am Ziel ist: „Der Abschluss eines Kapitels ist das Album nicht. Alles was vor der Veröffentlichung von „Ancient Lake“ passiert ist, war genauso wichtig für mich und meinen musikalischen Werdegang. Ich habe mit der Zeit Hobby zum Beruf gemacht, da war das Album der nächste logische Schritt für mich“, sagt Jonas Saalbach im Interview mit feelectronica.de.

Entscheidung für Einmusika war leicht

Seit drei Jahren ist der gebürtige Hesse festes Familienmitglied von Samuel Kindermanns (Einmusik) Label Einmusika Recordings. Hier gehört er ebenfalls zur Bookingagentur. So stellte sich kaum die Frage, auf welchem Album die zehn einzigartigen Tracks erscheinen werden.

Denn die Basis der verrückten Szene ist ein Label, auf dem sich ein Künstler wohlfühlen kann. „Zum einen trinken im Einmusika Office gerne alle schwarzen Tee und zum anderen verbindet uns natürlich die Musik. Melodiöse, verträumte und bewegende Clubmusik. So kann man den Einmusika und auch meinen Sound ganz gut beschreiben. Samuel und mich verbindet zu dem noch, dass wir fast ausschließlich Live sets on stage spielen.“

Wie andere ins Büro gehen, geht Jonas Saalbach ins Studio

Alles in allem arbeitete der Friedrichshainer nur rund ein Jahr an dem Album. Es entstand eine Vielzahl an Songs, viele flogen wieder vom Album. Alte Arbeiten sind generell nicht dabei: „Die Songs sind alle im letzten Jahr entstanden und frisch aus dem Backofen. Zum Teil durch ältere Skizzen, aber Tracks die ich vor drei bis vier Jahren produziert habe, würde ich so heute nicht mehr veröffentlichen. Das ist aber gar nicht schlimm, sondern eher ein schönes Gefühl zu sehen, wie ich mich selbst musikalisch und technisch weiterentwickelt habe. Wenn das nicht mehr der Fall ist, könnt es langweilig werden.“

Hier funktioniert das Albumformat anders als das einer EP, die Diversität der Tracks lässt sich besser abbilden. Man habe mehr Zeit und mehr Freiraum für Experimente und eine Storyline, bewertet der 25-Jährige. Dennoch lag der Fokus darauf, das eigene Liveset für den Club zu füllen. Mit experimentellen Ausreissern wie der Titeltrack, für den der Musiker Paul Klatt die Geige eingespielt hat.

Jonas Saalbach: Emotional drückend oder fluffig techig

Wie Two Face in Batman zeigt „Ancient Lake“ zwei Gesichter. Zum einen wie bei „June Gloom“ emotional drückend, dann wieder lockerer und techiger wie beispielsweise bei „Tortuga.“. „Ich kann für beides brennen. Es kommt echt immer auf den Moment und die Location an. Prinzipiell finde ich in Sets aber ein Mix aus beiden gut.“

Arbeiten im naturbelassenen Studio an der Spree

Einflüsse für das Album kommen dabei aus der Umwelt und dem Alltag. So ist Jonas Saalbachs Studio an der Spree im Berliner Funkhaus naturbelassen. Waldspaziergänge mit Musik im Ohr, das Clubleben und andere Musikrichtungen sind die Inspirationsquelle. Auch neue Plug-Ins, Hardware oder Samples bringen den jungen Künstler auf seine Ideen.

Da darf es dann durchaus auch für jeden Track ein eigenes Musikvideo sein – eine ungewöhnliche Idee so ganz ohne die Generation MTV. Doch gerade im Web funktioniert das wieder: „Ob die Erfolgreich sind oder nicht spielt erst einmal keine Rolle. Eine Gruppe von der Hochschule für Film und Fernsehen München hat sich diesem Projekt angenommen und tierisch Bock drauf gehabt“, verrät der Hesse.

„Ich habe den Jungs und Mädels völligen Freiraum gelassen, dass heißt auch für mich ist es immer eine Überraschung, was für ein Video zu welchem Track entsteht. Bisher bin ich echt zufrieden und auf die nächsten Ideen und Umsetzungen sehr gespannt.“

Sein Lieblingstitel – ganz frisch mit neuem Video:

Mit Ableton zum Studioerfolg

Für seine Produktionen vertraut Jonas Saalbach auf Ableton als DAW und einen Mix aus Software und Hardware. Gemischt werden die Tracks mit Sasse in den „BlackHead Studios“. Natürlich gehört es als studierter Audio Engineer mit Schwerpunkt Studio dazu, ein bisschen Soundnerd zu sein. Mit 14 Jahren produzierte der Musiker, gebürtig aus der Nähe von Giesßen, bereits Rap und stieß 2006 auf Techno und House.

Die Obsession für treibende Sounds gipfelt jetzt im Debütalbum von Jonas Saalbach: „Ich fühle mich gut und es fühlt sich richtig an. Auch wenn sich mein Sound mit Sicherheit weiterentwickelen wird, denke ich, werde ich das Album auch in ein paar Jahren noch gerne hören.“