Ist Kaind der „James Blake“ aus Deutschland?

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Der Musikblog „Tonspion“ nennt ihn den „deutschen James Blake“. Ich bin anderer Meinung und singe dennoch ein kleines Loblieb auf Kaind, der zumindest einen Teil der blakschen Melancholie aufzugreifen weiß.

Eingangs sei die Frage erlaubt: Ist es überhaupt gut, „wie jemand zu klingen“? Sind Kopien nicht einfach nur geklaute Erfolgskonzepte? Vielleicht ist es gut, dass Kaind eben nicht der nächste James Blake ist, sondern sich nur in einigen Konzeptfragen beim britischen Vorbild bedient. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Kaind seine EP „Jetzt & Hier“, die dubbige Clubelemente mit deutschem tragischen Gesang verbindet. Ja, das konnte Blake auch schon – das ist aber die einzige Verbindung, die noch deutlich mehr Menschen auf dieser Welt können.

Deutlich mainstreamiger als Blake

So bedient sich Peter Stankowsky im Song „Schatten im Wald“ deutlich eingängigeren Lyrics, die durchaus an Sänger wie Kim Frank von der damaligen Popband Echt aus Flensburg erinnern lassen. Seine Musikalität lässt sich aber an keiner Stelle von der Hand weisen. Bereits 2013 war Kaind als Teil des Bundesjazzorchesters in aller Welt unterwegs. Diese Solokarriere war gut geplant und wird jetzt populär.

Mehr versierte Unterstützung

Wärend Blake den Eindruck macht, er erschaffe alles selbst und das sicherlich auch in Anfangszeiten getan hatte, wurde Kaind bereits von drei Erfolgsproduzenten unterstützt, die auch mit Hip-Hop-Künstlern wie Drake oder Alicia Keys zusammengearbeitet hatten.

Auch wenn Kaind ganz klar ein Radiokünstler werden wird, der von großen Majorlabels unterstützt wird. Dieser Track hat was, auch wenn er ganz sicher nicht vom nächsten „James Blake aus Deutschland“ kommt.