Innellea: “Saladin hatte den Arbeitstitel ‘maln Anfang’”

Innellea

Die Aussprache ist weiblich, fein und hat gewisse Eleganz: Innellea. So rein hört sich dieser Künstlername an und ist im klanglichen Kontrast doch so kräftig und voller Epos in der Vorstellung seines Sounds. Wir haben das noch junge Duo anlässlich ihres Musica Autonomica-Debüts „Saladin“ gesprochen.

Hinter Innellea aus Bayern verbergen sich Daniel Winckler und Michael Miethig, beide Produzenten im Bereich Deep House / Deep Techno / Techno. Ihr gemeinsamer Wunsch war es 2014, etwas neues zu starten. „Wir hatten viel Motivation und Bock. Mehr Projekte bedeutet mehr Musik machen“, freut sich der Doppelpack auch knapp zwei Jahre nach Start von Innellea. Aus unabhängigen Studiosessions wurde das frische Duo, das nur knappe zwei Jahre später erste große Durchbrüche in der Deep House- und Melodic Techno-Szene feiern kann.

Kontakte und Liebe zum Sound

Warum? Kontakte und Liebe zu einem Sound sind für den Erfolg verantwortlich, der in sich komplex produziert ist und dennoch verständlich auf der Tanzfläche funktioniert. „Wir legen großen Wert auf melodiöse Elemente in unseren Songs“, sagen die beiden. Im Vergleich zu stumpfen Techno ist das dann doch eher „feminin“ – wie der Name des DJ-Duos eben auch.

Der Schritt zur eigenen Produktion

Um diesen Sound in seiner melodiösen Ausrichtung auch gekonnt umzusetzen, war jahrelange Erfahrung nötig. Den Schritt zur Eigenproduktion wagten die beiden Studenten unabhängig voneinander, da es heute „nicht so leicht ist an Gigs zu kommen, auch wenn man ein begabter DJ ist“. Nur wenige Ausnahmen beweisen, dass das auch die gängige Regel ist. In die Szene in München sei man dann „gemeinsam hineingewachsen“ – und das mit erst Anfang 20.

Startschuss mit Steyoyoke und Musica Autonomica

Während vergleichbare Frischlinge der Szene erst einmal an der Hürde eines Labelreleases scheitern, schnitten hier Innellea wie durch weiche Butter. Erst eine EP im Januar 2016 auf Steyoyoke, jetzt das Debüt auf dem Münchener Label Musica Autonomica, das zur überregional bekannten Club Autonomica-Reihe gehört.

„Irgendwie komisch fühlt sich das an. Es ist krass auf einmal seinen Namen auf einem Steyoyoke-Cover auf Beatport zu sehen, man kann es irgendwie kaum glauben“, so die Bilanz des 22-Jährigen Daniel Winckler und seines Kollegen Michael Miethig, der mit 23 Jahren auch zum jungen Eisen gehört.

Hilfe von Baal und Dahu

Hinter den beiden bisherigen ausdrucksstarken Releases stand allerdings immer der simple Wunsch, einfach Musik zu machen – wie das andere Künstler eben auch machen. Ohne Umwege gingen die Demos dann durch das befreundete Duo Baal zu Musica Autonomica und durch Dahu zu Steyoyoke. Vitamin B hilft auch hier. Verantwortlich für die Gewaltigkeit der vier Originale auf Musica Autonomica war im Nachgang auch Label-A&R Christian Prommer. „Christian hat uns ein Gespür dafür verschafft, was gut an unseren Produktionen ist und was eben nicht. Mit diesem Wissen lernt man natürlich schneller weiter.“

Um das Level einer „Saladin“-EP zu erreichen, ist die Übung beim digitalen Produzieren unabdingbar. „Man lernt nie aus“, wissen beide und ergänzen: „Wir möchten gar nicht wissen wie viele unfertige Projekte bei uns rumfliegen.“

Jeden Tag von Musik umgeben

„Es gibt immer was zu tun, man immer wieder Einfälle und es wird nie langweilig. Also man kann fast schon sagen dass es selten einen Tag gibt an dem wir isoliert sind von Musik“, bewerten beide. Neben der Musik gibt es für Daniel Winckler noch sein Deutsch-Studium in Augsburg, Michael Miethig studiert in München Druck- und Medientechnik. In der Freizeit zieht es ihn mit dem Snowboard gerne in die Alpen.

Die Entstehung von Saladin

Knapp ein halbes Jahr haben Innellea gebraucht, um Saladin fertigzustellen. Der Arbeitstitel der A-Seite trug damals noch den Namen „Maln Anfang“. Gar nicht so verkehrt, stellt diese EP doch erst die zweite Veröffentlichung des Gespanns dar. Um weiterzukommen, setzen sich Innellea Ziele: „Das ist super wichtig“.

Beispiel: Eine zweite EP käme den beiden auf Autonomica im Jahr 2016 gerade recht.

Release : 05/02/2016 Vinyl and 22/02/2016 Digital
Label: Musica Autonomica
Artist: Innellea
Remix: Marco Resmann and Upercent