Groove stellt ihr Printabo ein – trotz 28.000 Abonnenten

Herber Verlust für die Szene: Die Groove, mittlerweile seit 30 Jahren auf Papier erhältlich, gibt es ab Ende des Jahres nicht mehr. Doch warum?

Bye Bye, geliebtes Printabo. Nach der Neon, der Intro und – um nach England zu blicken – dem New Musical Express stirbt das nächste junge, intellektuelle Print-Magazin. Sicherlich geht es online weiter, dennoch ist das nicht das Selbe, da wird sich jeder einige sein, der einmal ein Buch, eine Zeitung oder etwas qualitativ hochwertig gedrucktes gelesen hat.

Printmedien sterben, aber bei der Auflage?

Verwunderlich ist allerdings, warum bei einer (laut eigenen Angaben) 28.000 Abonnenten starken Auflage der Betrieb eingestellt wird. Sicherlich ist hier ein nationaler Betrieb hinter das Lenkrad der Groove-Redaktion geschnallt, die Kosten sind deutlich höher als bei regional vertriebenen Blättern. Dennoch ist bei einem Ladenpreis von 5 Euro bei einer Auflage wie dieser durchaus einiges machbar. Herausgeber Alexander Lacher sieht das wohl anders: “In den Gesprächen mit der Redaktion seit Ende letzten Jahres haben wir gemeinsam festgestellt, dass es keine wirtschaftlich tragfähige Lösung für die Groove als Printtitel mehr geben kann”

Print verliert die Werbung

Möchte man über das Aus spekulieren, kann hier der Grund nur in der verkauften Werbung liegen. Print verliert generell die großen Werbekunden. Eine Doppelseite in der Groove kostet, laut Mediadaten, 6.500 Euro. Eine Seite 3.700 Euro. Regelmäßig vollformatig war in letzter Zeit das eine oder andere Festival zu finden oder noch Sven Väths World Tour. Die gut gebuchten Doppelseiten, für die ein Magazin wie die Groove für gewöhnlich auch gerne zwei Seiten mehr aus dem Boden stanzt, fehlten offenbar.

Es geht online weiter

Der Verlust ist tragisch, auch wenn es online weitergeht. Zweifelsohne wird die Groove ab der nächsten Ausgabe einige Kunden verlieren, die den Gang zum Online-Abo nicht mitgehen wollen. Langfristig kann das Magazin finanziell davon aber ohne Frage finanzieren. Allerdings ohne Chefredakteur Heiko Hoffmann. Er feierte seine Abschiedsparty schon vor dem letzten Heft und wechselt als Chef der Artist- und Labelabteilung zu Beatport.