Bonobo – Migration (2017)

bonobo migration

Wer Weite, Klarheit und Emotion mag, wird dieses Album lieben. Bonobo liefert mit „Migration“ ein Album, das kontinuierlich in die Tiefe zieht. Gefährlich und wunderschön.

Simon Green alias Bonobo setzt mit seinem neuen Album auf ein Werk, das leichte Sounds mit schwer verdaulichen Harmonien kombiniert. Weit weg von Clubbigkeit aus dem verrauchten Technokeller hin zum Strand mit dem Blick auf die weite Landschaft. So zieht Bonobo „Migration“ im Rahmen von 12 Tracks auf.

Der Titelgeber an erster Stelle

Die Öffnung des Album ziert gleich den titelgebenden Namen „Migration“. Sanfte Klaviertöne treffen hier auf synthetische Flächen, irgendwann gepaart mit weit in den Raum gestellten Frauenvocals und saftig dubbigen Basslines. Ein Hauch von klassischer Komposition weht hier bereits durch die migrierte Natur, die Bonobo noch auf ein Maximum treiben wird.

Von Vocals und purer Musik

Das sechste Album des Engländers vertraut auf Vocalkollaborationen mit Künstlern wie Rhye, Nicole Miglis, Innov Gnawa und Nick Murphy, der mit „No Reason“ unseren heißesten Albumtrack lieferte. Während einige Tracks auf Vocalpattern und jede Menge stimmlicher Message setzen, kommen Tracks wie „Second Sun“ einem konzertalen Streicherarrangement gleich.

Spex schreibt: Migration liefert die nötigen Abtörner zwischen der andauernden Stimulation

Die Weite dieses Albums ist unfassbar gelungen, unser Geschmack zu 100 Prozent befriedigt. Vor allem der schmachtende Track „No Reason“ ist nicht nur durch emotionsgeladene Vocals ein Ohrenschmaus, sondern zeigt auch, dass sich ein tiefsinnger Track durchaus auch in eine Clubnummern verwandeln kann. „No Reason“ bleibt mit 7 Minuten und 28 Sekunden allerdings auch der längste Track des Albums.

Müssten wir für dieses Album eine Bewertung geben, wäre es eine glatte 10 von 10. Toll gemacht, lieber Bonobo!