Bebetta: Der Kapellmeister war immer in meinem Kopf

Bebetta

Anika Zeising (Bebetta) zeigt, wie schnell der Aufstieg in die Mitte der elektronischen Szene gehen kann. 2008 startete sie ihre ersten Gehversuche am Plattenspieler, 2012 kam ihr Debüt „Herr Kapellmeister“ auf Damm Records. Für die Jahreswende steht ein neues Release auf Kallias an und der Tourkalender ist vollgepackt.

„Ich bin aus der Betaversion mittlerweile rausgewachsen“, scherzt die 29-Jährige im Interview mit Feelectronica.de. Zur Erklärung: 2008 musste für die gebürtige Bremerin schnell ein DJ-Name her. Nachdem sie in einer Bar ein paar Übergänge gemixt hatte, wurde sie spontan gebucht. Einen Monat hatte sie Zeit, sich vom musikinteressierten ‚Mädel‘ zur DJane zu mausern. Ein flüssiger WG-Abend brachte dann zumindest den richtigen Namen. „Bebetta Beta“, vom englischen be better, eben nur in Beta.

Tresor-Newcomer-Award 2009 hatte nicht nur positives

Nur ein Jahr später stand sie schon ganz oben, auf dem ersten Platz des Tresor-Newcomer-Award. Im Nachhinein gesteht sie, dass sie sich mit dem Tresorsound nicht wirklich identifizieren konnte. „Das Problem war eben, dass ich nach diesem Sieg hinter meinem Namen dann immer Tresor stehen hatte und alle dachten, ich lege so harten Techno auf. Das war schwierig zur Imagefindung. Aber natürlich auch sehr cool, weil ich den Contest ja gewonnen habe. Und damals habe ich mich auch noch auf das etwas technoidere gestürzt.“

Für Bebetta, die heute in Frankfurt lebt, ist alles immer noch ungewohnt. Sie findet es komisch und gleichzeitig schön, wenn ihre Fans Fotos oder Autogramme wollen. „Ich sehe mich immer noch als normalen Menschen. Deshalb ist das einfach ungewohnt.“

„Herr Kapellmeister“ öffnete die Labeltüren

Um vom Tourstress runterzukommen, spielt die smarte Frankfurterin gerne Klavier. Seit über 2 Jahren nimmt sie Unterricht. Hier entdeckt sie immer wieder Melodien, die sie mit ihrem Freund (Künstlername: Le Palf) in neue Songideen packt. Die heimische Plattensammlung unterstützt ebenfalls beim Finden des richtigen Sounds. Eine Platte aus den 30ern gab den Anstoss, ihr Debütrelease „Herr Kapellmeister“ zu produzieren. „Der Kapellmeister ist eine Fantasiefigur. Wir hatten eben diese Platte und da ist ein Sample drauf, das mein Freund und ich cool fanden. Nach einiger Zeit wollte ich auch das Cover selbst machen, weil ich diesen Kapellmeister innerlich schon immer vor mir gesehen habe.“ Herr Kapellmeister erschien im Mai 2012 auf Damm Records.

Bei „Try to sleep“ hatte ich eine Megaerkältung

Diesen Sommer gab es dann wieder etwas neues. „Try to sleep“ mit den Songs „Cold Feet“ und „Monster Sneeze“ erschien auf Patro de Musica. Die Titel klingen irgendwie nach Krankheit. „Ja, ich hatte echt eine Erkältungsphase. Als die Lieder entstanden sind, war ich so viel unterwegs und richtig todkrank. Und mit kalten Füßen und einen Schnupfen kann man eben nicht schlafen. Da hatten wir dann immer noch Energie und so sind die Songs teils entstanden. Deshalb der Titel der EP. Allerdings war in „Monster Sneeze“ auch ein Sound, der wie so ein Schneuzgeräusch war. Dann hatten hatten wir den Song so getauft“.

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Neue Platte auf Kallias geplant

Auch für die Jahreswende plant die 29-Jährige neues. Auf Kallias erscheint eine Platte mit eigenen Tracks. Und ihr großer Debüterfolg „Herr Kapellmeister“ kommt nochmals zurück – als Remix-EP mit Bearbeitungen von Drauf und Dran, Alle Farben, Rene Bourgeois sowie Tinush.

Aktuell ist ihr Mixtape „Schnee von gestern“ auf Soundcloud unterwegs. Hier hat die Produzentin nicht nur aktuelle Songs, sondern auch Stücke von früher drauf. „Die Grundidee war, dass ich das Set beim ersten Schnee wieder lösche. Denn dann ist es wirklich der Schnee von gestern“, lächelt Bebetta. Also, schnell anhören und runterladen, bevor es noch kälter wird.

Hier könnt ihr euch Bebettas letzte EP „Try to sleep“ holen:

Fotos: Bebetta