Aparde – Hands Rest (2019)

(c) Aparde


Aparde sucht die Ruhe, um den Sturm zu finden. Seine Musik ist getrieben von inneren Konflikten, die sich in Klang auflösen. Sein neues Werk „Hands Rest“ ist die Weiterentwicklung seines Debütalbum „Glass“ und lässt einerseits eine technische Entwicklung erkennen, ohne aber die essentielle Signatur des Berliners zu vernachlässigen.

Kunst ist mal mehr, mal weniger persönlich. Im Falle von Paul Camillo Schroeder alias Aparde ist sie nicht nur mehr, sondern ausnahmslos persönlich. „Ich denke, dass ich ich immer Umstände verarbeite“, sagt er über seine Art, Musik zu erschaffen. „Hands Rest“ entwickelte der Berliner innerhalb eines Jahres und veränderte leicht seine Art, Tracks zu produzieren.

Schon der Openingtrack „Tar“ zeigt, wie sich Aparde in natürlicher Art und Weise an Drum-Sounds bedient. Der Mann, der ebenfalls als Schlagzeuger für Jan Blomqvist unterwegs ist / war, kombiniert seine elektronischen Flächen mit Schlagelementen, die in ihrer Natürlichkeit weit entfernt von herkömmlichem elektronischen Clubsound sind. Auf „Hands Rest“ treibt Aparde den instrumentalen Einsatz von Drums auf ein Level, das letztlich nur mit dem Wort Perfektion beschrieben werden darf.

„Hands Rest“ von Aparde: Kein Styling für den Club, vielmehr pure Ehrlichkeit

Generell lässt das erste Drittel des Albums einen absolut entrückt zurück – gestylt für den Club ist hier nichts. Vielmehr zeigt Aparde nicht nur sein Talent als Produzent, sondern auch, was für ein fantastischer Sänger er ist. „Hands Rest“ ist hier das Flagschiff, mit dem Aparde die vielleicht komplexeste und vocallastigste Nummer des Albums zeigt. Aparde singt sämtliche Nummern selbst.

„Alles was ich mache, ohne Ausnahme, kommt aus eigener Hand“ – Aparde

Mit seinem zweiten Studioalbum reflektiert Aparde nicht nur seine instrumentale Melodramatik, die in gewisser Weise einem Jon Hopkins ähnelt, sondern behandelt auch die Essenz der Berliner Clubkultur. Die zweite Hälfte von „Hands Rest“ widmet sich mehr und mehr Arrangements, die durch eine Kickdrum und phasenweise sogar durch eine Hi-Hat vorangetrieben werden. Geeignet für seine Live-Sets, mit denen der Berliner tourt. DJ-Sets gibt es von Paul Camillo Schroeder nicht zu hören. Das Album ist ein Prozess, in sich stimmig und dennoch voller emotionaler Berg- und Talfahrten. Hier zeigt Aparde wie auch bei seinem Vorgänger „Glass“ einen Teil seiner Persönlichkeit und verzichtet auf den Mainstream.

Damit baut seine eigene Welt aus Frequenzen, ohne darauf zu achten, was sich verkauft und was nicht. Aparde ist damit eines der wenigen Beispiele, wie sich ehrliche Musik in der Szene zumindest einen kleinen Namen machen kann. „Ich habe gelernt, dass die Macht der eigenen Gedanken die Persönlichkeit und eigene Realität beeinflussen kann. Jetzt versuche ich das zu nutzen, um ein glückliches Leben zu führen.“

„Hands Rest“ wurde am 09. Juni auf Christian Löfflers Ki Records veröffentlicht.

Tracklist:
1. Tar 04:23
2. Hands Rest 04:04
3. Simple Things 03:43
4. No Need 04:18
5. Integrity 06:09
6. Layers 05:29
7. Foreign 03:16
8. Intimacy 06:03