„Afro House“ hat jetzt sein eigenes Beatport-Genre

Nachdem Labels wie Innervisions oder keinemusik bereits seit vielen Monaten, wenn nicht schon Jahren, den Takt in Sachen ethnogeprägter Housemusik angeben, ist das Genre, das überwiegend afrikanische Samples massentauglich machte, in den Breiten der Musikkultur angekommen.

Es grooved und glänzt gerne durch Ethnogesänge, die überwiegend im Afrikanischen zu verorten sind. „Afro House“ ist ein (nicht ganz neues) Genre, das Namen wie der Südafrikaner Hyenah schon vor drei bis vier Jahren, der deutsche Produzent Andre Lodemann oder auch der diesjährig boomende Innervisions-Act Trikk groß gemacht haben.

Hanne & Lore an der Spitze

Doch darüber hinaus hat gerade fast jeder produzierende nationale Act mit den rhythmusorientierten Folkloresamples zu tun. So wundert es auch nur im ersten Moment, dass die neuen Top 100 des „Afro House“-Genres von den überdeutschen Duos Hanne & Lore im Andhim-Remix angeführt werden.

Auch das Kollektiv Keinemusik vom gleichnamigen Label (dahinter stehen &Me, Rampa und Adam Port) spielen in den Top 10 eine große Rolle.

Der Zug rollt schon lange

Kopisten wie beispielsweise Ulf Alexander (klingt so gar nicht afrikanisch), der mit seinem Track „Mobiagse“ eine wirklich gelungene House-Bombe auf dem Berliner Imprint Mukke liefert, springen auf den schon lange rollenden ICE auf. Schlecht ist das nicht, das sollte an dieser Stelle keiner verstehen, ist doch diese Art der Musik anspruchsvoller als jeglicher stumpfer Vorwärtstechno und lässt auch jede Menge musikalische Versuche zu, wie beispielsweise die Trackauswahl in Echonomists DHA-Mixtape zeigt.

Doch jetzt, wo Afrohouse also im Zentrum der elektronischen Macht (da gehört Beatport dazu) angekommen ist, ist es dann nicht für Labels wie Innervisions, keinemusik, Lossless und SoHaSo Zeit, sich nach etwas neuem umzuschauen?

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